Sachstandsbericht des Naturschutzbeirates vom 13.2.2017

Schreiben an die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hagen und den Rat der Stadt

Sachstandsbericht zur geplanten Erweiterung der Fachklinik Deerth in Hagen

Der vorliegende Stand der Planung und des gesamten Verfahrens ist aus Sicht des Naturschutzbeirates der Stadt Hagen völlig unzureichend. Der vorliegende Sachstandsbericht beschränkt sich auf allgemein bekannte Aussagen und verzichtet auf konkrete Aussagen zu den Auswirkungen des Neubaus von einem geschlossenen Gebäude des Maßregelvollzuges (Gefängnis), einer Sporthalle und eines Therapiegebäudes auf Flora, Fauna, Habitate sowie dem Orts- und Landschaftsbild. Nach gut einem Jahr ist es schwer nachzuvollziehen, dass diese Gutachten der Öffentlichkeit vorenthalten werden. Ein besonderer Aspekt der Untersuchungen sollte auch auf die klimatischen Auswirkungen der Vernichtung von 16000 m² Wald ausgerichtet sein. Es liegt bisher auch kein Gutachten vor, das sich mit der nächtlichen Ausleuchtung des Geländes auf die Tierwelt auseinander setzt. Wenn die Beleuchtung über Bewegungsmelder ausgelöst wird, ist hier eine besondere Betrachtung erforderlich, weil die Auswirkungen eines oft wechselnden Lichtzustandes hell-dunkel-hell-dunkel auf die Tierwelt bisher nicht bekannt sind. Der Naturschutzbeirat gelangte in seiner Diskussion auch zur der Erkenntnis, dass durch den Kauf des Waldes die AWO sich selbst in die alternativlose Falle begeben hat. Dass es auch anders geht, hat die AWO mit der Volmeklinik und der Klinik am Kaisberg als dezentrale Einrichtungen zum Drogenentzug bewiesen. Hier stellt sich die Frage, warum hat der Aufsichtsrat des Wirtschaftsbetriebes Hagen den Verkauf des Waldes am Deerth nicht verhindert und damit auch die unwiderrufliche Vernichtung eines Premiumstückes des Hagener Stadtwaldes unterbunden. Wird dieser Neubau umgesetzt, werden auch Tür und Tor für weitere Anbauten geöffnet.

Nach Meinung des Naturschutzbeirates ist dieser Bau auf Kosten des Stadtwaldes ein Präzedenzfall, auf dessen Vollendung andere Begehrlichkeiten bereits warten. Der Naturschutzbeirat ist nach wie vor der Meinung, dass der AWO ein alternativer Standort für das gesamte Ensemble eröffnet werden muss, um aus dieser alternativlosen Falle zu entkommen.

Eine weitere Frage ist auch der Zufahrtsweg zur Klinik Deerth. Der Weg ist heute durch Verkehrszeichen 240 StVO als gemeinsamer Fuß- und Radweg gewidmet. Nur Anwohner und Lieferanten sind von diesem Gebot ausgenommen. Schon heute ist der erholungssuchende Wanderer und Waldgenießer auf diesem Weg nicht mehr sicher, weil offensichtlich PKW und LKW diesen Weg regelwidrig befahren.

Mit freundlichem Gruß
gezeichnet
Wilhelm Bögemann
Vorsitzender

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